Auswirkungen Coronakrise

Veröffentlicht: | iPhone 6

In diesem Jahr gibt es wohl kaum ein Thema, das uns so sehr beherrscht und einschränkt, wie die Coronakrise. Nach dem ersten Lockdown mussten bereits viele kleine und mittelständische Unternehmen für ihre Mitarbeiter Kurzarbeit anmelden. Viele stehen kurz vor der Insolvenz oder mussten trotz einiger Staatshilfen bereits Insolvenz anmelden. Und auch den großen Unternehmen geh trotz Staatshilfen so langsam die Luft aus.

Deshalb ist es jetzt wichtig, dass keine zweite Welle an Infektionen kommt und dass sich die Wirtschaft schnell wieder erholt.

Wir möchten in diesem Artikel beleuchten, welche Auswirkungen die Coronakrise für kleine und mittelständische Unternehmen haben könnte.

Die Regierung hat schnell reagiert

In dieser Krise hat unsere Bundesregierung mit milliardenschweren Hilfspaketen schnell reagiert. Erste Gelder wurden bereits wenige Tage nach der Beantragung an die Unternehmer ausgezahlt. So konnten Kleinunternehmer eine Überbrückungshilfe von bis zu 9.000 Euro beantragen. Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern konnten bis zu 15.000 Euro beantragen. Hinzu kommt, dass das Kurzarbeitergeld erhöht wurde, damit die Angestellten der kleinen und mittelständischen Unternehmen nicht um ihre Arbeit bangen mussten. Zudem konnten Überbrückungskredite beantragt werden, sowohl über die Hausbank als auch über die KfW-Bank. Die Bundesregierung birgt mit bis zu 90 Prozent, sollte es zu Ausfällen kommen.

Doch die Auswirkungen der Coronakrise beziehen sich leider auf einen weiteren Aspekt: Die Mitarbeiter, die im Homeoffice sind und möglicherweise nicht um ihren Job bangen müssen, haben mit Homeschooling und anderen Einschränkungen zu kämpfen. Auch hierdurch entstehen vor allem für Familien herbe Verluste. Zumindest einen kleinen Trost solle es nun für Familien mit Kindern geben: 300 Euro zahlt die Bundesregierung voraussichtlich ab Juli pro Kind, aufgeteilt in drei Raten.

Doch wie sieht die Realität aus?

Zwar hat die Bundesregierung schnell reagiert und Milliardenhilfen in Aussicht gestellt. Diese werden auch zeitnah ausgezahlt. Doch für viele Unternehmer ist „zeitnah“ bereits zu spät. Insbesondere sehr kleine und mittelständische Betriebe, deren Inhaber mehr oder weniger von der Hand in den Mund leben, hat dies stark getroffen. Der Einzelhandel, der nach den Lockerungen wieder hochfahren konnte, darf zwar wieder öffnen. Allerdings hat sich die Lage in den Geschäften kaum erholt. Viele Menschen gehen derzeit schlichtweg nicht einkaufen, entweder aus Angst vor Corona oder, weil das Geld derzeit fehlt.

Besonders stark getroffen sind nach wie vor Bereiche wie die Gastronomie, die Reisebranche und die gesamte Event-Branche. Diese können oft zwar Überbrückungskredite beantragen. Diese helfen den meisten Unternehmern jedoch nicht weiter. Viele gehen deshalb auf die Barrikaden und beklagen, dass diese Kredite die Insolvenz nur nach hinten verlagern würden. Nach den Lockerungen hat sich die Lage für die meisten Unternehmer dieser Branchen zwar etwas erholt. Es ist jedoch lange noch nicht ersichtlich, wann diese Branchen wieder voll durchstarten können und wie sich die Nachfrage entwickelt. Nur weil die Unternehmer heute also einen Kredit aufnehmen, bedeutet dies noch lange nicht, dass sie diesen morgen auch zurückzahlen können.

Noch im März haben die Wirtschaftsweisen den Rückgang des Bruttoinlandsprodukts auf ca. 5,4 Prozent geschätzt. Inzwischen hat sich der Fach-Rat in Anbetracht der aktuellen Lage jedoch korrigiert und geht davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt um ca. 6 bis 7 Prozent zurückgehen wird. Dies bedeutet Milliardenverluste für die deutsche Wirtschaft und leider auch für Kleinunternehmer und mittelständische Unternehmen.

Wie kann sich die Wirtschaft wieder erholen?

Wann sich die Wirtschaftslage wieder erholen wird, bleibt derzeit abzuwarten. Dies hängt in erster Linie von den folgenden drei Faktoren ab:

  1. Wie lange die Wirtschaftskrise noch anhält
  2. Von der Anzahl der Unternehmen, die die Krise “überleben” und ihre Angestellten weiterhin beschäftigen können
  3. Wie viel Risiko die Bürger zukünftig eingehen, indem sie Geld ausgeben

Die Wirtschaft kann nur florieren, wenn möglichst viele Menschen weiterhin Arbeit haben. Je höher die Arbeitslosigkeit, desto weniger Geld steht den Menschen zur Verfügung, um dieses auszugeben. Und je weniger Geld ausgegeben wird, desto weniger kommt die Wirtschaft in Schwung. Auf deutsch: Wir drehen uns in einem solchen Fall im Kreis.

Bleibt die Coronalage weiterhin stabil, sodass weitere Lockerungen erfolgen, Kinder wieder in die Schule gehen, Angestellte wieder arbeiten, Geschäfte wieder öffnen und Menschen wieder ruhigen Gewissens Geld ausgeben können, wird sich die angespannte Lage also schneller erholen, als wenn wir noch einige Monate mit der Pandemie leben müssen. Auch die Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten hat hierauf übrigens einen Einfluss. Je eher diese bereitstehen, desto schneller können weitere Lockerungen erfolgen.

Die Unionsfraktion im Bundestag geht übrigens allein für dieses Jahr von einem Minus von mehr als 100 Milliarden Euro für die deutsche Wirtschaft aus.

Coronakrise – Wie entwickelt sich die Krise für Kleinunternehmer?

Machen wir uns nichts vor: Die meisten Kleinunternehmer und Selbstständigen leben von der Hand in den Mund. Sie finanzieren mit Mühe und Not ihre Angestellten, haben aber kaum die Möglichkeit, Geld für den Notfall beiseite zu legen. Rücklagen sind demzufolge kaum vorhanden. Die Förderung von bis zu 9.000 oder bis zu 15.000 Euro, je nachdem, wie viele Mitarbeiter vorhanden sind, ist da für viele nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Kaum jemand kann trotz Förderung viele Wochen überleben. Hinzu kommt, dass viele nur einen Bruchteil der Fördersumme beantragen können.

Es ist demzufolge davon auszugehen, dass viele Kleinunternehmer in den kommenden Wochen und Monaten Insolvenz anmelden werden. Die Arbeitslosenquote ist allein im Mai um beinahe 170.000 gestiegen.

Coronakrise – Wie entwickelt sich die Krise für den Mittelstand?

Ein noch größeres Problem dürfte sich aus der Coronakrise für den Mittelstand ergeben. Während kleine und sehr große Unternehmen vom Bund gefördert werden, trifft dies auf den Mittelstand noch nicht zu. Alle mittelständischen Unternehmen, die pro Jahr weniger als 50 Millionen Euro Umsatz oder zwischen 10 und 249 Angestellte haben, fielen auf gut Deutsch durch das Raster und wurden bisher nicht gefördert.

Sie müssen daher bislang auf die Gnade ihrer Hausbanken hoffen und förmlich um Kredite betteln. Derzeit haben bereits mehr als 20 Prozent aller mittelständischen Unternehmen entsprechende Kredite beantragt. Ob sie diese wirklich bekommen, bleibt abzuwarten, denn die Hürden sind aufgrund der aktuellen Situation natürlich entsprechend hoch.

Hinzu kommt, dass die mittelständischen Unternehmen sich derzeit in einem Hamsterrad befinden. Die Mitarbeiter sind in Kurzarbeit, was die mittelständischen Unternehmen entlasten sollte. Doch immer mehr Unternehmer stehen bereits kurz vor dem Aus, sodass viele Mitarbeiter entlassen werden mussten. Läuft die Wirtschaft wieder an, haben sie zu wenige Mitarbeiter, um möglichst schnell wieder produzieren oder leisten zu können. Mehr Mitarbeiter einzustellen, wird in vielen Fällen finanziell nicht möglich sein. Weniger Mitarbeiter bedeuten jedoch ein geringeres Wachstum. Es dauert also deutlich länger, aus dieser Krise wieder herauszukommen. Ganz zu schweigen davon, dass viele Mittelständler diese Krise nicht überstehen werden, sondern Insolvenz anmelden müssen.

Wenn man sich überlegt, dass mehr als 99 Prozent der deutschen Unternehmen zum Mittelstand gehören, könnte dies eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes bedeuten.

Zweites Hilfspaket für kleine und mittelständische Unternehmen soll die Wirtschaft weiter stärken

Vor wenigen Tagen wurde ein zweites Konjunkturpaket auf den Markt gebracht, welches die kleinen und mittelständischen Unternehmen weiterhin unterstützen soll. Es umfasst ca. 25 Milliarden Euro und soll auf die Monate Juni bis August verteilt werden.

Alle kleinen und mittelständischen Unternehmen können diese Hilfen beantragen, sofern die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Gegenüber den Monaten April und Mai des Vorjahres müssen die Umsätze im April und Mai dieses Jahres um mindestens 60 Prozent zurückgegangen sein
  • Der Rückgang des Umsatzes muss in den Monaten Juni, Juli und August weiterhin bei mindestens 50 Prozent liegen
  • Ist der Umsatz um mindestens 50 Prozent zum Vormonat zurückgegangen, kann der Unternehmer eine Erstattung der fixen Betriebskosten von bis zu 50 Prozent beantragen. 80 Prozent können beantragt werden, wenn der Umsatz um mehr als 70 Prozent zurückgegangen ist
  • Für die drei Monate liegt der maximale Erstattungsbetrag bei 150.000 Euro

Für kleine Unternehmen gelten die folgenden Regelungen:

In Ausnahmefällen können Betriebe mit bis zu fünf Mitarbeitern mehr als 9.000 Euro und Betriebe mit bis zu zehn Mitarbeitern mehr als 15.000 Euro beantragen.

«
»