iPhone schneller laden

Veröffentlicht: | GLAZ Tech

Und täglich grüßt das Ladekabel…

Handys sind heutzutage eine nicht mehr wegzudeckende Technik des Alltags. Inzwischen kann man fast alles über das Smartphone organisieren oder erledigen. Von Bankgeschäften, Kalender-Management über Text-Programme ist alles dabei. Dabei lösen die Smartphones viele andere technischen Raffinessen ab – und gleichen damit schon kleinen Computern. Wer sein Handy täglich intensiv nutzt, kennt den täglichen Griff zum Ladekabel. Vorbei sind die guten alten Zeiten des Nokias mit einem Akku, der noch eine knappe Woche hielt. Aufreibend ist dann vor allem die Ladezeit. Oft dauert es fast eine komplette Spielfilmlänge am USB-Kabel bis der Akku wieder vollständig geladen ist. Zwar gibt es Programme wie Quick Charge, doch auch diese sind nicht befriedigend effektiv. Der Gedanke mit 20 Sekunden Ladezeit das iPhone schneller laden zu können klingt daher mehr als verlockend.

Auf Übersee kam die Idee ins Rollen

Wissenschaftler aus Südkorea haben schon länger mit Akkus auf Wasserbasis experimentiert, doch nun scheint ihnen der Durchbruch gelungen zu sein. Ein Akku mit hybridem Energiespeicher ist hierbei die Lösung. Der wasserbasierte Hybridkondensator arbeitet mit wasserbasierten Elektrolyten anstatt mit den allseits bekannten brennbaren organischen Lösungsmitteln.

Neu ist diese Idee jedoch nicht. Schon länger sind Stromspeicher auf Wasserbasis bekannt und in der Entwicklungsphase. Bisher überwogen jedoch die Nachteile, zu geringe Spannung und Lebensdauer, und standen der Nutzung im Alltag im Weg.

Doch das Korea Advanced Institude of Science and Technology (KAIST) ist es anscheinend gelungen, die Nachteile umzuwandeln und somit herausragende Ergebnisse zu liefern. Einem Artikel zufolge liegt die Aufladedauer mit dem Ladegerät bei ca. 20 bis 30 Sekunden – also unter einer Minute. Samsung z.B. arbeitet derzeit an einem Akku, welcher 12 Minuten Ladezeit benötigt. Von Apple hingegen weißt man derzeit nicht, ob in Zukunft ein iPhone schneller laden könnte als jetzige Modelle.

Was verbirgt sich hinter dem hybriden Energiespeicher?

Die südkoreanischen Wissenschaftler verbauten neue Materialen in neuen Strukturen, und konnten somit Wasser-basierte Akkus erneut ins Gespräch bringen.

Die Energie wird durch Elektroden elektrochemisch als elektrostatische Ladung gespeichert. Zusätzlich gibt es Ionen, die insgesamt für eine bessere Leitfähigkeit sorgen sollen. Eine weitere Änderung sind die sog. Polymere auf Graphin-Basis an den Anoden, welche die herkömmlichen metallischen Kondensatoren ersetzt haben. Graphin hat eine netzartige Struktur und vergrößert somit enorm die Oberfläche. Im Gegensatz zu den Anoden bestehen die Kathoden aus einer Streuung von Metalloxid-Nanopartikel. Durch die neuen Materialen entsteht nun ein schnellerer Energieaustausch auf den Oberflächen der Elektroden, der Energieverlust auf den Elektroden wird minimiert und die größere Oberfläche des Graphins sorgt für eine höhere Energiedichte. Der entwickelte Akku kann somit 100 000 Ladezyklen überdauern.

Umweltfreundlicher, sicherer und preiswerter

Der hybride Energiespeicher bringt viele Vorteile mit sich, Wissenschaftlicher Jeung Ku Kang ist sich daher sicher, dass ein weiterentwickelter Hybridkondensator großes Potenzial für den globalen Markt mit sich bringt. Da bei diesem Typ keine brennbaren organischen Lösungsmittel benutzt werden, stattdessen Wasser, ist dieser deutlich umweltfreundlicher und dementsprechend zukunftsorientierter. Zusätzlich ist die Produktion solcher Kondensatoren im Vergleich zu anderen Bautypen deutlich kostengünstiger, wodurch der Einkaufswert eines solchen Hybridkondensators unter dem von Metallischen liegen würde. Des Weiteren ist diese Bauart sicherer, wie die Wissenschaftler extra betonen. Wir alle erinnern uns an die Schlagzeilen, in den von rauchenden oder explodierenden Smartphones wie dem Samsung Galaxy Note 7 die Rede war. Auf Wasser basierte Akkus laufen dagegen keiner Gefahr, zu überhitzen oder gar zu explodieren.

Wann kann man sein iPhone schneller laden?

Zwar klingt die Lösung der koreanischen Wissenschaftler durchaus verlockend, doch leider hat die Sache einen Hacken. Die Technik ist noch nicht für den Smartphone-Gebrauch ausgereift. Mit Veröffentlichung der Idee, ließen die Wissenschaftler verlauten, dass die Technik noch ganz am Anfang stehe und noch weiterentwickelt werden müsse. Wie lange es noch dauern könnte, wurde offen gelassen. Kleiner Tipp für Apple-Nutzer: Um das iPhone etwas schneller aufzuladen, kann man einfach das iPad-Netzteil mit 10 Watt benutzen. Ansonsten bleibt uns nichts anderes übrig als abzuwarten, dass unsere Akkus weiterhin langsam aufladen, und Tee zu trinken.

Unsere Empfehlungen für dich:

«
»

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.